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Mein halber Vater

AT/DE 2026, 90 min, Viki Kühn

Unmittelbar nachdem ihr Vater einen Schlaganfall erleidet, beginnt Viki Kühn zu filmen – zunächst in der Klinik, dann im Elternhaus in Wien. Das Familiengefüge ist erodiert. Der Vater, halbseitig gelähmt, findet seine Sprache nicht mehr und kann sich nur eingeschränkt bewegen, die Mutter rückt in die Rolle der Pflegerin und familiären Autorität. In der doppelten Position von Tochter und Filmemacherin – zeitweise auch als Co-Pflegerin – dokumentiert Viki Kühn, was nun Alltag ist: die Herausforderungen morgendlicher Routinen, Brettspiele und andere Rituale, die Belastungen durch physisches Leid, das Nebeneinander von Ohnmacht und Normalität. Kühns Kamera, mal statisch, doch meist aus der Hand geführt, ist mehr als ein Aufzeichnungsgerät. Sie schafft Abstand und drängt zugleich unerbittlich nach Nähe. Wiederholt versucht sie, gleichsam wie ein sensorisches Instrument die eingeschränkte Welt des Vaters nachzuempfinden, nimmt die Blickperspektive von seinem Krankenbett aus ein oder findet durch taktile Bewegungen Momente körperlicher Identifikation. 

Als Vater- und Familienporträt ist „Mein halber Vater“ untrennbar mit dem Selbstporträt verbunden. So bekommen auch die eigenen ambivalenten Gefühle ihren Raum, die Trauer über den Verlust der früheren Vaterfigur und die Dankbarkeit für das Noch-immer-Dasein des „halben Vaters“, der Wunsch ihn festzuhalten. Manchmal wird die Präsenz des Augenblicks von sensuellen Erinnerungsfragmenten überlagert und die Filmemacherin imaginiert sich im Voiceover in den geschützten Zustand der Kindheit zurück, der durch die dramatische Zäsur ein plötzliches Ende fand. 

In der Wiederholung der immer gleichen Abläufe – Pflegearbeit, familiäre Rituale, das jährliche Weihnachtsfest – gehen Zeiträume nahtlos ineinander über, am Ende sind, kaum merklich, acht Jahre vergangen. Während der Vater fragiler wird und sich mehr und mehr in sich zurückzieht, findet der Film in der erschöpften wie unermüdlich tätigen Mutter sein neues Zentrum.

Obgleich radikal autobiografisch wird „Mein halber Vater“ zu einer überpersönlichen Betrachtung: von körperlicher Versehrtheit, familiären Rollen und den Veränderungen, die Älterwerden bedeuten. 

ESTHER BUSS

Festivals 

Diagonale 2026

Bilder

QUEERFILMNACHT

OKTOBER 2026

Free at Heart
 

ein Film von Max Hegewald

DE 2025, 115 Minuten, OF

Wien: Votiv Kino: Mo. 05.10., 20:00

Graz: KIZ RoyalKino Mi., 04.10., 20:40

Innsbruck: Cinematograph Di., 28.10., 20:30

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NEWS

Mit Ästen bis zum Himmel

Premieren und Sonderveranstaltungen

Jetzt in folgenden Kinos:   

Wien: CineCenter Wien, Bellaria Kino, Votiv Kino
Innsbruck: Leokino Innsbruck
Linz: Moviemento
Graz: KIZ Royalkino 
Kino im Kesselhaus Krems (9.10.) 
Filmfestival Radstadt (5. 11.) 
Spielboden Dornbirn (15.+16.12.) 
Cinema Paradiso Baden (ab 21.12.) 
 

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Eine Vielzahl ausgewählter Filme findet Ihr auf  

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FESTIVALS

Festivals in OCTOBER: 
 

SIRI HUSTVEDT - DANCE AROUND THE SELF 

by Sabine Lidl

Festival do Rio BR (1-11 Oct)

Film Fest Gent 2026, BE (7-18 Oct) 

Rome Film Festival, IT (13-25 Oct)

DOC LISBOA 2026, PT (15-25 Oct) 

Cine Libre FF 2026, BG (15 Oct- 8 Nov) 

 

ELEMENTS OF(F) BALANCE 

by Othmar Schmiderer 

Another Way Filmfestival 2026, ES (20 -25 Oct) 

Hof International Film Festival, 2026, DE ( 20 -25 Oct) 
 

AUSTROSCHWARZ 

by Mwita Mataro, Helmut Karner

Das Filmfest 2026, CZ (15-20 Oct) 

 

WATCHING PEOPLE WATCHING BIRDS 

by Ulrike Franke & Michael Loeken

Innsbruck Nature Filmfestival 2026 (7-11 Oct)

13. Klima und Umwelt Filmfestival 2026, Baden AT (1-8 Oct) 

Ab 21. Jänner in den österr. Kinos!

 

WHERE YOU MEET US SOON IN PERSON

October: Dok Leipzig, DE 

November: IDFA, NL

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